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Im Land der Wolken

Mit unserem Besuch Sandra und Robert auf wilder Abenteuertour.

Wenn LaoWais Urlaub planen, dann wirds luxuriös - meine chinesischen Freunde schütteln ja nur den Kopf.

Ein Chinese reist mit dem Zug (egal wie weit) und seinem Smartphone an. Alles wird direkt vor Ort geregelt. Unsereiner recherchiert, plant, vergleicht und bestellt am Ende seine Yunnan Reise bei einem deutschen (kein Witz) Unternehmen. Alles durchgeplant - keine Sorgen und Diskussionen - so soll der Urlaub sein (so die Vorstellung).
Bis auf paar kleine Intermezzos hat auch alles gut geklappt.
YunNan bedeutet: Wolke, Sueden. Also sowas wie Wolken im Sueden = Land der Wolken. Wie man auf den Fotos sieht.
Lijiang (Tigersprungschlucht), Shaxi (hängende Tempel), Dali (Pagoden) und Kunming (Steinwald) waren unsere Stationen.
Lijiang: ein kleines Städtle. Touristisch, aber irgendwie auf nette Weise. Es gab kleine originelle Läden und gutes Essen. Und die Chinesen haben sich auch ziemlich gesittet gegeben. Hat Spaß gemacht.
Tigersprungschlucht: 800 Höhenmeter, 15 km Wanderung von 1.600 auf 2.400 Meter. War anstrengend, aber alle habens geschafft. Auch die mit niedrigem Blutdruck und sonstigen echten oder spontanen physischen Widrigkeiten.
Der Ausblick auf der anderen Seite war schön und das Essen vorzüglich. Wer braucht schon Kaiserschmarrn, wenn man Gurkensalat und scharfes Rind mit schwarzen Pilzen mit Essstäbchen picken kann.
Die Teezeremonie am Ende hat dann den niedrigen Blutdruck auch wieder ins Lot gebracht.
Shaxi: nettes altes Dörfle. So muss es wohl früher gewesen sein am Lande. Die Tempel waren beeindruckend. Was man in Beijing so sieht geht höchstens bis auf ca. das Jahr 1400 zurück. Hier waren Gebäude aus dem Jahr 800 zu sehen. Und wir waren alleine. Was für ein Segen. So macht es gleich doppelt Spaß. Am witzigsten waren die Securities, die ihre Zigaretten durch eine Bong gezogen haben.
Dali: Touristisch. Aber die drei Pagoden (auch um das Jahr 800) sind die Reise Wert. Für eine Überraschung hat der Tempel dahinter gesorgt. Unglaubliche Ausmaße und zufällig lief gerade eine Zeremonie ab. Sehr imposant, leider habe ich keine Fotos gemacht - da man Mönche nicht fotografieren soll. Da müsst Ihr persönlich kommen.
Kunming: die Stadt ist jetzt nicht wirklich einen Beitrag wert, aber der Steinwald ist super. Wir sind wie die typischen Touries rein. Der Guide, "Joey", war ganz enttäuscht, dass wir nur einen halben Tag dafür eingeplant hatten. Eigentlich kann man drei Tage durch das Gebiet wandern. An wilden Wasserfällen, Dörfern und im Frühling an Dorffesten vorbei. Er hat es trotzdem geschafft, uns tolle Eindrücke abseits der Menschenmassen zu zeigen. Gerne wieder Mal.
Bis dahin war der Urlaub top. Dann kam die Rückreise. Ein Klassiker, an den man sich nicht gewöhnen kann. Um nicht zu langweilen, nur stichpunktartig: 10 Stunden am Flughafen, dann doch der Flug gestrichen, streiten mit dem Personal und sich vordrängelnden Chinesen, neuer Flug über ne Millionenmetropole, Taiyuan, von der man bisher nie was gehört hat, auch der Flug verspätet, um 1:30 Uhr morgens gelandet, zum Hauptbahnhof gefahren, die Ticketreservierung hat nicht geklappt - neue Tickets, 3 Stunden auf den Zug warten, wieder so ne Regionalbahn, keine neue Wäsche im Schlafwagen, jeder lag woanders, trotz allem doch gepennt, 5 Stunden Fahrt, nach 23 Stunden in Beijing angekommen, genauer gesagt in Beijing West, nochmal ne Stunde heim, nach 24 Stunden endlich daheim.
Durch die nächtliche Flug-/Zugkombination konnten Sandra und Robert aber doch noch die Mauer sehen und ohne Stress ihren Flug Richtung München nehmen. Und ich konnte meine Chinesischkenntnisse testen. Ein kleiner Plausch mit den Abteilnachbarn war doch möglich. Und das wichtigste: Gina schaffte es zwar verspätet, aber doch in die Arbeit. Ja! Gina hat eine Arbeit an der Deutschen Schule! Ich hoffe, dadurch kann sie den Massen am Pearl Market aus dem Weg gehen und findet Beijing fortan toll ;-).
Am Ende vielen Dank an Sandra und Robert für die tolle Zeit und die Geduld mit den lokalen Gegebenheiten. Und wir haben einen neuen Rekord in meiner WeChat Daily Steps Challenge aufgestellt. 5 Tage in Reihe Platz eins mit über 22000 Schritten jeden Tag. Geht doch.

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Kommentare: 3
  • #1

    PSCP (Sonntag, 02 Juli 2017 15:29)

    Und die Gina hat das alles mitgemacht?? Das Laufen und die ganze Rückreise? Ich wusste gar nicht, dass sie so belastbar ist. Gina, das Rot steht dir übrigens ausgezeichnet. Und der Steinwald sieht aus wie in Prachovske Skala. Das ist jedoch nur eine Autostunde von Prag entfernt.

  • #2

    JQ (Samstag, 08 Juli 2017 15:25)

    Das sieht wie in den alten chinesischen Jackie Chan filmen aus.

  • #3

    Heiner (Samstag, 08 Juli 2017 22:28)

    Tolle Gegenden, tolle Erlebnisse, toller Bericht. Ich hoffe dennoch dass - wenn wir nächstes Jahr kommen - uns das Rückreise Chaos erspart bleibt........mein Leben ist schon aufregend genug.....Regina, berichte doch mal über deinen neuen Job!