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Wandern auf Chinesisch

Nach dem Motto, bloß nix übertreiben!

Der allgemeine Pekinger Anwohner bewegt sich nicht gerne. Beispiel: Bei unserem Look & See Trip (omg, das sind bald zwei Jahre her) wollten wir ein berühmtes Peking Duck Restaurant besuchen. Vom Hotel ca. 3 km entfernt. Die Rezeption wollte uns nicht laufen lassen, mit der Begründung: das ist viel zu weit. Als wir dann offensichtlich auch zu Fuß zurückkamen war die Bewunderung/das Unverständnis riesengroß. Auch meine Kollegen tun am Wochenende eher die Restaurants als die Parks und Wanderwege erkunden.

Daher waren wir schon überrascht, als uns eine Freundin mit zur Wanderung nach Yesanpo eingeladen hat. Yesanpo ist ein schönes Erholungsgebiet, ca. 2 Stunden südwestlich von Peking.
In Vorstellung einer romantischen Schluchtenwanderung mit einem in Aussicht gestellten Lammgrill am Abend haben wir spontan zugesagt.
Die Anreise durch eine sportliche Bergstraße, die in das Erholungsdorf mündet, war vielversprechend. Schnell das Hotel gefunden und im Grillrestaurant am Fluss gefrühstückt. Da uns ja eine Wanderung bevorsteht - ordentlich reingehauen. Chinesisches Omelette, Fladen, Bohnen mit Speck, Waldsalat mit Schnee (ordentlich Knoblauch - romantisch sands ja). Dann auf zur Wanderung.
Am Großparkplatz (!?) angekommen, haben wir uns in den Menschenfluss eingereiht. Aha.
Die Wanderwege sind breite gepflasterte Straßen (da ja auch Busse drauffahren müssen). Alle Steigungen mit Treppen ausgekleidet, alle Stillleben mit Kunst verschönt. Ein echtes Wanderdisneyland. Gott sei Dank haben wir unsere Bergschuhe an. Alles in allem ein netter Ausflug, man kann sich gut unterhalten und der Ausblick war echt schön.
Am Abend dann das versprochene ganze Lamm, verteilt auf Spieße vom Grill. Lecker. 
Im Chinesischen Outback gehts a bisserl lockerer zu. Freiluft-Karaoke, Feuerwerk ohne Aufsicht. Da machen wir doch gleich mit. Spaßig wars. Und für Alpine Style Wanderungen gibts ja immer noch die unrestaurierte Mauer. Das Angebot ist also breiter geworden.

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