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Die Aufholgeschwindigkeit

The Beijing Autoshow.

Diesmal habe ich es endlich zur Autoshow geschafft. Nach dem Umzug von BMW ist es ja auch leicht, nun nur noch 1,5 km entfernt. Dafür fährt man jeden Tag mindestens 40 min aus Beijing raus.

Die Autoshow ist sehr groß und mittlerweile auch durchaus wichtig. Über 20 Weltpremieren wurden gefeiert - und das nicht nur von den chinesischen Firmen.
Was man vor allem sieht: wie schnell die Aufholjagd vonstatten geht. Man tut sich mittlerweile schwer zu unterscheiden, was ein EU oder ein CN Hersteller ist. Vor allem beim Design schließt sich die Lücke merklich. Die CN Firmen haben mittlerweile genug Geld, um sich namhafte Designer zu holen. Zum Beispiel: Hybrid Kynetics hat sich Pininfarina geholt. Und das sieht man, das Auto sieht super aus.
Technisch sind die Unterschiede auch nicht mehr allzu groß. Im Thema E-Mobilität auf Augenhöhe, Assistiertes Fahren schnell aufholend und bei Connectivity manchmal mit mehr Mut.
Das Ganze von der Regierung (vor allem für die lokalen Hersteller) unterstützt. Städte, in denen man automatisiert fahren kann werden immer mehr, Subsidies und Erleichterungen für lokale Produzenten. Gepaart mit totaler Offenheit (Ignoranz ?) der Kunden beim Thema Datenschutz ergibt sich ein Nährboden für schnellen Fortschritt. 
Das Thema Qualität bleibt noch den Deutschen vorbehalten. Manche CN Protoypen hatten schon am ersten Showtag abgeplatzten Lack und die Spaltmasse war auch eher nach “Cha bu duo” (viel fehlt nimmer) Prinzip gemacht.
Zudem können ja die Chinesen so richtig auf den Putz hauen. Dagegen sahen “unsere” Deutschen Ausstellungsflächen eher wie normale Verkaufsräume aus. Da werden wir bestimmt in der Presse wieder zerrissen ...
Die Ehre durfte ich dann bei der gleichzeitig stattfinden Konferrenz TMC2018 verteidigen. Um Missverstaendnissen vorzubeugen: gehoert nicht zur Autoshow selbst; da treten andere Chargen auf.
Bei der TMC habe ich diesmal auch bei der Paneldiskussion mitgewirkt. 
Dazu gabs vorab ein Abstimmtermin um sich Abzustimmen (habe ich angenommen). 5 Chinesen, Zwei Expats (mich einrechnend). Nach 30min freies Geplauder, habe ich reingeworfen: Wir sind 7 und haben ca 40min, wollen wir ein Zeitmanagement vereinbaren? - Ach noe - jeder spricht, wie er lustig ist. Aha. Welche Sprache wollen wir nutzen? - Ach ye, Jeder spricht wie es ihm genehm ist. Aha. 
Ausser, dass einer der Chinesen meinen Gedanken in der Diskussion geklaut hat, ist nichts weiter an Abstimmung passiert. Kulturelles Training in Praxis.