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Spring Festival

Das größte Fest der Welt. Auf jeden Fall die größte Völkerwanderung der Neuzeit.

Die Chinesen sind extrem familienorientiert. Zum Frühlingsfest setzen sich alle jungen Chinesen in Bewegung und besuchen ihre Familien. Die meisten Eltern leben doch noch in kleineren Städten oder gar auf dem Land. Meine Assistentin fährt nach Changchun,  meine Chinesischlehrerin nach Baoding, mein Taiji Lehrer nach Hunan (in der Nähe von Shaolin!), mein Frisör nach Fujin zu Frau und Kind. Die Emanzipierten nutzen die Zeit für Urlaubsreisen. Am Sonntagabend setzen sich also Hundertemillionen in Bewegung. Vorteil: Beijing ist leer (siehe Bild unten - freie Fahrt für alle). Nachteil: alles hat zu. Es ist also auch für Expats ratsam, die Stadt zu verlassen (siehe auch Licht und Schatten mit royalem Flair). Obwohl, manche schwören auf die himmlische Ruhe in der Stadt und bleiben.

Spring Festival ist sowas wie für uns Weihnachten und Silvester. Es ist eine Abfolge von mehreren Taoistischen Festivitäten für Familie, Glück, Reichtum, die gefeiert werden. Meistens bei überbordenden Essenstafeln - jeden Tag.

Für China fängt tatsächlich erst hier das neue Jahr an. Dieses ist das Jahr des Schweins - was ein gutes Jahr sein sollte. Glück und Reichtum garantiert.

Früher wurde die Freude über das neue Jahr mit kriegsähnlichem Geballer von privaten Feuerwerken zum Ausdruck gebracht. Die ganze Woche lang. Wir haben das noch 2016 erlebt. 2017 war schon deutlich weniger und ab 2018 hat die Pekinger Regierung die Feuerwerke verboten und auch hart durchgegriffen. Kein Geballer mehr. Dafür aber Lichterfeste.

Wie immer - viel Glitzer, viel Buntes. Nicht immer geschmackvoll, aber immer lebendig.

Traditionelle Tänze werden aufgeführt und auch viel auf WeChat gepostet.

Die Götter des Reichtums sind ein beliebtes Motiv, sowie natürlich dieses Jahr das Schwein selbst.  Die goldenen Hüte (z.B. auch im Titelbild), sind übrigens keine Hüte, sondern altertümliche Goldbarren.

Ich mache natürlich auch mit und habe die traditionellen roten Banner angefertigt - die auch für die Chinesen selbst eine Herausforderung sind. Sei es wegen der alten Schreibweise und damit auch Bedeutung, oder auch wegen der in Vergessenheit geratenen Kunst der Kalligraphie. Manche Zeichen kennt man einfach nicht mehr.

Was da in der Regel so steht, hat ein Witzbold vereinfacht dargestellt und gepostet.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Schwein tatsächlich ein glückliches neues Jahr bringt.

过年好,猪年快乐!

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Kommentare: 2
  • #1

    Peter (Sonntag, 14 April 2019 10:20)

    Sieht ja echt schön bunt aus. Fast so kitschig wie bei den Amis.

  • #2

    Sandra (Montag, 29 April 2019 16:59)

    Süüüüß - finde ich ja viel goldiger als Huhn und Hund.