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Last China road

Die größten China Fans!

Sandra und Robert haben auch im letzten Jahr die Chance genutzt in die chinesische Reisekultur einzutauchen. Es hat wieder Spaß gemacht!

Diesmal waren der Süden und der Osten dran. Sprich: Sichuan, Shanghai, Hangzhou und die Yellow Mountains.
Sichuan ist berühmt für seine gute Küche, Pandas, Berge ... und Regen. Alles war, wie durch die Reiseführer versprochen, ausgesprochen intensiv.
Kulinarisch haben wir ja schon einiges erlebt, aber die Küche Sichuans ist wirklich ein Genuss. Wir sind zwei Mal in den Food Streets hängen geblieben, weil die Snacks so lecker waren. Scharf - dennoch intensiv aromatisch! Sehr komplexe Saucen, so dass ich es leider nicht wirklich nachmachen kann. Man muss schon nach Sichuan reisen.
Die Pandas sind tatsächlich unglaublich knuffig. Nach dem Essen wird ausgiebig genüsslich gelümmelt. Auch als Mensch kann man sich die eine oder andere Stellung abschauen. Irgendwie stellt man sich so das Dolce Vita vor. Warscheinlich hat Marco Polo auch das aus China importiert - wie die Nudeln.
Nach Chengdu gings mit dem Mietwagen nach Emei und LeShan. Beides buddhistische Zentren. Emei war früher sehr wichtig, wurde in der Kulturrevolution zerstört, in den 80ern jedoch wieder aufgebaut. Trotz Regen und oben (auf über 3.000m) dichtem Nebel ein mystischer Ort, oder vielleicht eben wegen dem Nebel. LeShan beherbergt den größten Steinbuddha der Welt. Er ist buchstäblich so groß wie der Berg. 
Danach gings zurück nach Chengdu für eine touristische Vorführung von KungFu Tee und Sichuan Opera. KungFu Tee wird so wegen der akrobatischen  Einschenkweise genannt. Sichuan Opera ist dadurch speziell, dass der Hauptcharakter die Gesichtsmasken binnen Millisekunden wechselt. Man denkt nur huch, hat er nicht gerade noch ein rotes Gesicht gehabt?! Jetzt ists blau?! Nee grün, ah wo gar keins. Ach so, doch schwarz! Bin verwirrt.
In Chengdu steht auch das größte Gebäude der Welt - gemessen am Volumen. 500x500x150m. Es beherbergt einen überdachten Freizeitpark, eine Shopping Mall, einen Hotel- und Office-Komplex. Wahrlich ein riesiges Ding, fotografisch fast unmöglich zu erfassen. Man muss so weit weglaufen, um es in die Linse zu bekommen, dass es wiederum klein wirkt.
Zwischendurch haben wir eine Ancient town eingeschoben - mit einer Food Street natürlich! Hammerlecker. Tee am Fluss mit Massage - was will man mehr? Kann nur noch durch eine Ohrenreinigung mit Massage und Tee getoppt werden. So durchgeführt im Peoples Park in Chengdu. Nur ich war mutig genug, also müsst ihr einfach glauben, dass es angenehm war. Aber ich stehe ja eh drauf, wie meine Mutti bezeugen könnte. 
Von Chengdu sind wir nach Shanghai. Diesmal hat sich der „krasse“ Unterschied von Shanghai gegenüber dem Rest von China deutlich gezeigt. Bis dahin habe ich die ganze Zeit Dolmetscher und Reiseführer gespielt (siehe auch Beitrag „300“). Mein chinesisch hat wieder einen Sprung gemacht. Auf der Food Street kann ich mit Locals kleine Witze machen. Restaurant-chinesich klappt tadellos und im Hotel gehts auch. Nur das Mietauto ausleihen ging zum Schluss doch nicht ohne Hilfe.
Zurück zu Shanghai, hier läuft tatsächlich alles in Englisch. Mein Job als Sprachmedium war überflüssig. Also habe ich mein Bar Insiderwissen eingesetzt.
Nächste Station war der West Lake in Hangzhou. Ein Machtzentrum in der Ming Dynastie. Ein riesiger See mit lauter Tempeln und Lustgärten drumherum.
Letzte Station: die Yellow Mountains. Ein Hochgebirge, wieder an die 3.000 m. Wir haben oben übernachtet. Dort angekommen haben wir uns doch gefragt, wieso der Hype, bis mir die vielen Gruppen mit chinesischen Flaggen auffielen. Selbst für China außergewöhnlich viele. Also Internet angeschmissen und Recherche gemacht. Die Yellow Mountains werden als Beginn des Chinatourismus gehandelt, weil in den 80ern Deng Xiaoping die Berge zu Fuß erklommen hat. Dies hat er getan, um dem Aufbruch nach der Kulturrevolution einen symbolischen Sinn zu geben.
Auch sonst war es interessant, über Deng zu lesen. Meine romantischen Vorstellungen über ihn wurden zerstört. Stichwort Tianamen. Er hat am meisten den Widerspruch der Gesellschaft verkörpert. Wirtschaftlich geöffnet, politisch angezogen. Was gut war, er hat jede Reform erst mal im Kleinen getestet - daher stammen z.B. die Sonderwirtschaftszonen. Von ihm stammt auch der Spruch "ein Land, zwei Systeme" (China, Taiwan, HongKong). Aber er hat auch das Dogma gefestigt: die Partei muss die alleinige Macht haben.
Zum Schluss die Zeit-Skala, in der die chinesische Politik denkt: „Taiwan gehört zu China und es soll in 100 Jahren wieder vereint werden. Und wenn es 1000 Jahre dauert, auch OK.“ Stammt auch vom Deng. Da kommen wir mit unseren 3 Jahre Business Cases sicher gut gegen an. Viel Glück Donald.
Nach den Yellow Mountains nochmal eine historische Stadt namens Xidi. Zentral- und Südchina waren früher die kulturellen und wirtschaftlichen Zentren. Die Verschiebung in den Norden kam erst mit der Eroberung durch die Mongolen. Eine Teeplantage zwischendurch hat das Programm wunderbar abgerundet.
Wieder ein gelungener Urlaub in China.

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Kommentare: 2
  • #1

    Sandra (Dienstag, 02 Juli 2019 17:57)

    Mei was war das wieder für ein Trip! Gina hat uns nach ein paar Tagen gefragt, "und ist das wirklich Urlaub für Euch?!". Das kann ich nur mit einem klaren und lauten "JA" beantworten. Diese Eindrücke, kulturelle Differenzen, sau-lustigen Erlebnissen, unvorhergesehene Hürden, kulinarischen Explosionen, atemberaubenden Tempeln (der mit den Elefanten!) schaffen ganz spielerisch ein Abschalten und ein gaaanz weit weg sein vom Alltag.
    DANKE an die tollsten Gastgeber und Reiseleiter dieser Welt. Dickes Busserl an die Lästerschwester und unseren Halb-Chinesen.

  • #2

    Pavel (Dienstag, 02 Juli 2019 18:17)

    Da werden wir ja ganz rot ;-).
    Dieses Kompliment koennen wir nur so erwiedern: Danke an die tollsten Besucher, mit euch lernt man das China noch intensiver kennen. Mit allen Lustigen Facetten und Raetseln die man gemeinsam Loesen kann.