· 

300

Man soll aufhören, wenn es am besten ist.

Die ganze Zeit bin ich dran geblieben, Chinesisch zu lernen. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen habe ich mich entschieden, die Zeit und mittlerweile auch viel privates Geld zu investieren. Dadurch hat sich mir die Möglichkeit ergeben, mit Chinesen zu sprechen. Mittlerweile sogar a bisserl mehr als nur Smalltalk. Mit meinem TaiJi Master kann ich mich über Familie und das lokale Leben austauschen.

Mit dem Barmann über sein Geschäft. Mit meiner Marktfrau, wie man was kocht. Und auf einer Food Street oder mit dem Parkplatzwächter kleine Witze machen. Oder mit unserem Fahrer in Shenyang einen heben gehen.

Kleine Erfolge, aber es macht das Leben hier doch lustiger. Gina sagt ja, die Chinesen bringen Dich täglich ein Mal zum Schreien (nicht vor Glück wohl gemerkt!) und zum Lachen. Ich habe dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass sie mich zum Lachen bringen erhöht.

 

Die ganze Zeit hat mich die Yun betreut. Wir haben mit allen Medien wie Wechat, Cloud (für Hausaufgaben) und Face-to-face daheim oder in Cafés des Banken Districts gelernt.

Ich war nun zum HSK3 Test gegangen und war auf die Prüfung und dann natürlich das Ergebnis gespannt. HSK3 beinhaltet logische Zusammenhänge (soweit in Chinesisch machbar). Alles ist in Schriftzeichen (also kein PinYin - englische Lautschrift) - man muss gut Lesen und im Ansatz auch Schreiben können. Diesmal habe ich die gleiche Schule, wie beim letzten Test, gewählt, so dass die Anreise entspannt war ;-).

Bei meiner Vorbereitung war ich um die 80-90% Erfolgsrate gependelt. Ich war daher extrem überrascht, als mein Gefühl nach der Prüfung recht gut war. Dachte, das muss das Adrenalin sein und es täuscht.

Und dann kam es - 300! - von 300 möglichen Punkten. Wahnsinn!

In meiner Euphorie habe ich mir gleich den HSK4 Test geholt. Nur um festzustellen, dass es noch mal eine immense Steigerung darstellt. Ich dachte, ein einfaches knappes Bestehen wäre auch OK. Das geforderte Wissen nimmt jedoch geometrisch zu. Da müsste ich noch mal viel investieren. Die Yun ist mittlerweile in England und bereitet sich auf das 'Master of Education' Studium vor. Sie will mich zwar weiter unterrichten - lernen via Internet sind wir ja gewohnt, aber man soll aufhören, wenn es am Besten ist.

Ich muss mich auf meinen neuen Job konzentrieren und sie aufs Studium!

 

Ein Kapitel geht damit zu Ende.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    M. (Montag, 01 Juli 2019 16:45)

    Wie man sagt: "Die Sprache muss man pflegen!". Und wie wirst Du jetzt in der Heimat die chinesische Sprachkenntnisse pflegen? Wahrscheinlich via Internet mit der Yun?

  • #2

    Sandra (Dienstag, 02 Juli 2019 17:47)

    Wir waren "always impressed", wenn Pavel mal eben locker aus dem Handgelenk alles auf Chinesisch organisiert hat (vom Essen, Zimmerupgrade, Teeanbau, Souvenierverhandlungen, Zug- und Fluginfos, Tempelkultur und so vieles mehr) . Und wenn man sich mal nicht verstanden hat, wurden wir 3 Unwissende fragend angesehen. Als ob wir da helfen könnten?! ;-)

  • #3

    Pavel (Dienstag, 02 Juli 2019 18:08)

    Oh Sandra, danke fuer das Kompliment! Es macht Spass Reiseleiter zu sein; fuer solch gute Freunde.
    Ja, es war echt lustig, als der Teebauer nach Bezugsperson gesucht gat, wenns bei mir nimmer gelangt hat ;-). Robert hat das ja Top gerettet!

  • #4

    Gitti (Dienstag, 09 Juli 2019 16:18)

    Schade, sie war schon eine ganz fesche ... ihr bleibt sicherlich in Kontakt.